Lebenssituation Unternehmerpaar: Chance oder Risiko?

Helmut und Marianne Becker sind seit vielen Jahren ein Unternehmerpaar. In ihren Büchern, Vorträgen, Seminaren und ihre Website geben sie handfeste Tipps für ‘Powerpaare’. So nennen sie Paare, die gemeinsam ein Unternehmen führen.

Die glücklichsten Paare haben selten den gleichen Charakter. Sie haben nur das größte Verständnis für einander.

Bei einem gemeinsamen Lunch – mit selbstgemachtem Zwiebelkuchen, einem Glas Wein und einem inspirierenden Trialog – ist dann dieses Blog-Interview entstanden.

Beziehungen im Change-Management

Melanie Conrad arbeitet seit Jahren erfolgreich in der Organisationsentwicklung. Im letzten Jahr hat sie bei Teamact einen Podcast ins Leben gerufen, für den sie immer mal wieder KollegInnen zum Gespräch einlädt. Im März war ich ihr Gast…

Das Interview mit ihr hat mir viel Spaß gemacht. Über das zu sprechen, was mir am Herzen liegt – gerade auch in der gemeinsamen Arbeit mit Birgit-Rita Reifferscheidt bei SONNOS. Und mich dabei dem Fluss anzuvertrauen und den Impulsen zu folgen, die im gemeinsamen Dialog entstehen.

Es ging um den Körper und die Gefühle… Um die Bedeutung von Selbst-Entwicklung und Beziehungs-Entwicklung in der Führung… Um wertvolle Landkarten – und die Macht der kleinen Schritte…

Aber hören Sie selbst – und lassen Sie sich inspirieren.

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Führung als gemeinschaftlicher Suchprozess

Seit vielen Jahren erforscht Prof. Peter Kruse die gesellschaftliche Transformation, die wir alle gerade erleben. Kaum jemand versteht es so gut wie er, diesen umfassenden gesellschaftlichen Veränderungsprozess systematisch zu beschreiben. Für mich ist er einer der bedeutsamsten Komplexitätsforscher unserer Zeit. Er ist in der Lage, systemische Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen. Er ist sprachgewandt und schnell, daher schau ich mir seine Videos immer mehrmals an. Für mich wird der Inhalt dabei jedes Mal verständlicher und praktischer.

In diesem Video spricht er über das Ende der hierarchischen Führung. Die Aufgabe der Führung besteht für ihn mehr und mehr darin, einen gemeinschaftlichen Suchprozess anzuleiten. Das ist ein echter Paradigmenwechsel. Hier eine Zusmmenfassung seiner Aussagen:

  • Durch Technik und Globalisierung ist eine extrem Vernetzungsdichte entstanden. Immer mehr Menschen teilen Informationen miteinander. Es entstehen viele spontane Aktivitäten, die wiederum mit massiven Rückkopplungseffekten verbunden sind.
  •  Es gibt auf einmal so viele Einflüsse, dass wir mögliche Veränderungen nicht mehr berechnen, bedenken, vorhersagen können. So entsteht Komplexität.
  • Veränderungsprozesse verlaufen immer schneller, sodass wir gar nicht mehr in der Lage sind, dafür Regeln aufzustellen. Wir müssen der eigenen Wahrnehmung vertrauen, um spontan handlungsfähig zu bleiben.
  • Die klaren Richtlinien für Falsch und Richtig lösen sich auf, und die Frage nach unseren Werten wird wichtig. In Form eines gemeinschaftlichen Suchprozesses gilt es gelebte Antworten zu finden: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten?
  • Fazit: Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu üben, mit ergebnisoffenen (nicht kontrollierbaren) Prozessen umzugehen.

Führung wird zu einem gemeinschaftlichen Suchprozess!

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Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Dennoch – es gibt bereits eine Reihe von Unternehmen, die ungewöhnliche Wege ausprobieren. Und das mit viel Erfolg. Die ARTE Dokumentation Mein wunderbarer Arbeitsplatz zeigt anhand von konkreten Beispielen aus Frankreich, dass ein gemeinschaftlicher Suchprozess großartig funktionieren kann, wenn hierarchische Strukturen aufgelöst werden und die Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Vertrauen (statt Kontrolle) beruht.

Der Mut dieser Firmeneigentümer und Unternehmer, vorbehaltlos auf die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu setzen, beindruckt mich sehr. Sie machen deutlich, wie viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sich ganz einzubringen und gemeinsam nach kreativen Lösungen zu suchen. Voraussetzung dafür ist alledings, dass sich Hierachie in Partnerschaft wandelt. Wie sich das auf alle Beteiligten auswirkt, zeigt der Film Augenhöhe.

Hier kommen Menschen aus unterschiedlichsten deutschen Unternehmen zu Wort. In ihnen wird etwas ganz Entscheidendes anders gemacht – es wird auf Augenhöhe gearbeitet. Das bedeutet zum Beispiel, dass sich in einer Klinik sowohl die Ärzte, wie auch die Pflege, die Therapeuten und das Reinigungspersonal mit dem Unternehmen identifizieren. Hier wird deutlich, dass Augenhöhe nicht nur mehr Zufriedenheit bei allen Beteiligten bewirkt, sondern auch eine größere Nähe zum Kunden/ Patienten. Die Filmemacher wollten eine gelebte Inspiration schaffen, und das ist ihnen auch gelungen. Inzwischen macht der Film seine Runde durch Deutschland. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, auf denen der Film zu sehen ist, und zu anschliessenden Gesprächen eingeladen wird. Vielleicht haben Sie ja Lust, an einem dieser Abend dabei zusein.

Warum Selbstführung für Berater so wichtig ist

Ich weiß noch genau, wie Silvia Richter-Kaupp mich Anfang des Jahres anrief und mir erzählte, mit wie viel Begeisterung sie Das flüssige Ich gelesen hat. Sie wollte mich zu einem Vortrag auf ihren Coaching-Kongress Führung 2.0 einladen. Dazu hatte ich sofort große Lust. Die Weiterbildung von Coaches, Beratern und Trainern liegt mir einfach sehr am Herzen.

Am 22.6.2013 war es dann soweit. Morgens um 9.30 Uhr hielt ich den Einführungsvortrag ‘Das flüssige Ich. Warum Selbstentführung für Führungskräfte, Berater und Coaches so wichtig ist’. Es war ein besonderes Erlebnis für mich, vor Profis zu sprechen, die Menschen tagtäglich darin unterstützen, Veränderungsprozesse bewusst zu gestalten, und dabei wissen, dass der Schlüssel zur Wirksamkeit in ihrer Selbst-Entwicklung liegt.

Ich hatte meine Aufnahmegerät dabei. Aber wie das manchmal so ist – irgendwie habe ich in der Aufregung nicht den richtigen Knopf gedrückt und dann zu hause festgestellt, dass ich nichts aufgenommen hatte.

Silvia Richter-Kaupp hatte jemanden beauftragt, den Kongress zu dokumentieren. Ich habe immer wieder gesehen, wie sie Fotos gemacht hat. Dass sie auch Video-Mitschnitte gemacht hat habe ich gar nicht bemerkt. Aber so gibt es nun ein paar Video-Sequenenzen aus meinem Vortrag. Die Qualität ist zwar nicht sehr gut, aber man bekommt zumindest einen Einblick.

Viel Freude beim Sehen und Hören:

Coaching: Aus der Box in den Raum der Möglichkeiten – Christiane Windhausen

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Die Logik der Gefühle im Coaching – Christiane Windhausen

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Mit der Kompetenzmatrix ins flüssige Ich – Christiane Windhausen

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Warum Selbstentwicklung für Coachs und Berater so wichtig ist – Christiane Windhausen

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Michael Blochberger: Emotionale Intelligenz für Führungskräfte

Dieses Buch ist eine gelungene Mischung aus einem informativen Sachbuch, einem praktischen Handbuch mit Übungen, Checklisten und Tests und persönlichen und beruflichen Erfahrungen des Autors. Ganz gleich ob man es als Führungskraft oder Personalentwickler liest, als Coach, Berater, Trainer oder aus persönlichem Interesse an emotionaler Intelligenz, dieses Buch liest sich spannend wie ein Krimi. Jeder kann sich darin wiederfinden und Lösungen finden – für die eigenen Beziehungen und für die alltäglichen Heraus-forderungen in der Mitarbeiterführung. Gleichzeitig beschreibt der Autor den Weg von der emotionalen Selbststeuerung, über die Führung, hin zu einem kooperativen Team, in dem hocheffektives Arbeiten möglich wird, weil die Gefühle integriert werden.

Michael Blochberger lebt und arbeitet in Bremen. Ihm ist es – wie mir und Birgit-Rita Reifferscheidt im SONNOS – ein Anliegen, Unternehmen bei einer Organisations- und Teamentwicklung zu unterstützen, die die Emotionen der Führungskräfte und der Mitarbeiter berücksichtigt.

Seit einigen Jahren bin ich als Ausbilderin von Coaches und Beratern tätig. Dort werde ich immer wieder nach Literatur zur emotionalen Kompetenz in der Führung gefragt. Dieses Buch werde ich auf jeden Fall in unsere Literaturliste aufnehmen. Ich kann es von ganzem Herzen empfehlen.