Wenn Worte + Bilder sich verbinden…

Dieses Jahr begann für mich mit einem Team-Workshop bei Bikablo. Mein Auftrag war es, einen Umgang mit den vielfältigen Gefühlen im Team zu ermöglichen, der mehr Verbundenheit erzeugt.

Das Motto von Bikablo ist: Mit Stiften Sinn stiften. Ihre Kunst: Sie können gesprochene Inhalte, geteilte Gefühle, erarbeitete Ergebnisse in Bildern zu visualisieren. Und damit die Bildergeschichte einer gemeinsam geteilten Erfahrung erzählen.

Für mich war es eine sehr bewegende Erfahrung, zu erleben, dass viele Teilnehmer die wichtige Essenzen eher mit-malen als mit-schreiben. Was für eine Gabe, Gehörtes und Gefühltes unmittelbar in Bilder zu übersetzen… Der Weg vom Kopf ins Herz – und in den Körper, ist für viele immer noch ein weiter Weg. Deshalb ist ein bewusster Umgang mit Emotionen so wichtig – aber auch eine Bildsprache, die berührt. Wenn Worte und Bilder sich verbinden, werden sinn-volle Abkürzungen möglich (in unseren Beziehungen, Teams, Unternehmen).

Ich habe eine besonders Talent, alles, was ich fühle, in Worte zu fassen. Ich erlebe, dass ich Menschen durch meine Sprache zu einer neuen inneren Ordnung führen kann – und dass dadurch Sinn entsteht. Als mir Birgit Jansen ihre visuelle Zusammenfassung unseres gemeinsamen Workshops geschickt hat, habe ich körperlich gespürt, wie ihre Bildergeschichte meine Arbeit auf eine neue Umlaufbahn gehoben hat. Was für ein Geschenk!

Danke Birgit Jansen.


Birgit Jansen findet ihr auch hier: buergie.gestaltung (bei Instagram) und bei Bürgie Illustration & Grafikdesign (bei Facebook). Schaut doch mal vorbei… Es lohnt sich!

Change als Flippen in einen neuen Zustand

Als ich anfing als Coach und Beraterin zu arbeiten, waren Change-Prozesse in Unternehmen noch genau definierte Projekte. Sie hatten ein klares Ziel, es gab einen genau umschriebenen Weg, und natürlich ein definiertes Ende. Change-Berater wurden für Projekte gebucht. Von ihnen wurde erwartet, dass sie einen guten Plan präsentierten, dafür sorgten, dass die Mitarbeiter mitgenommen (das heißt an den Plan angepasst) wurden -- und dann wieder gingen.

Inzwischen ist die Welt ‘komplexer’ geworden, und Prozesse ‘unberechenbar’. Durch die globale Vernetzung haben Veränderungen am Markt ‘unmittelbare Konsequenzen’ für alle Betroffenen. Führungskräfte, Mitarbeiter und Berater reagieren darauf nicht selten mit Überforderung -- und mit mehr vom Gleichen. Doch in der Natur und in unserem Körper haben wir die Anpassungsbewegungen an neue Umweltbedingungen im Wesentlichen ganz gut gemeistert. Im Grunde sind sie das Natürlichste der Welt. Wir waren nur so sehr mit unseren Plänen beschäftigt, dass wir die natürlichen Bewegungen nicht mehr wahrgenommen waren.

Jetzt bracht es neue Metapher für den Wandel. Denn die Bilder und die Sprache, die wir in Unternehmen für Veränderung, Change, Transformation verwenden, haben große Konsequenzen. Sie sind -- mitten im Nicht-Wissen -- so etwas wie emotionalen Leitplanken. Sie geben unserer Absicht ein Zuhause. Und sie definieren für alle Beteiligten den Raum der Möglichkeiten.

Auf seine unverwechselbare Weise bringt es Niels Pfläging auf den Punkt: Change beschreibt nicht mehr einen Weg, sondern das Flippen in einen neuen Zustand. Es geht nicht mehr um die Umsetzung von ‘Plänen’, sondern darum, die Bedingungen in einem Unternehmen so zu umzugestalten, dass Menschen in eine neue Verhaltensweisen flippen können.

Niels Pfläging flippt in der Transformation

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Hier einige Essenzen:

  • Es geht darum, den natürlichen Wandel zu ermöglich, statt ihn zu planen und zu verwalten.
  • Mitarbeiter sind nicht das Problem. Menschen sind Anpassungskünstler, sie verhalten sich stets angemessen/ sinnvoll in Bezug auf das Umfeld, in dem sie sich befinden.
  • Wenn wir Bedingungen ändern, können Menschen/ Organisationen in einen neuen Zustand flippen.
  • Flippen ist beabsichtigtes Arbeiten am System, und zwar v.a. durch Weglassen (von Chef-Parkplätzen, jährliche Mitarbeitergespräche, persönliche Ziele, Budget, Organigramm, Reisekostenrichtlinien usw.)
  • Wenn wir Milch in unseren Kaffee gießen, verändert er sich. So leicht ist Change!

(1) Edgar H. Schein, Humble Consulting -- Die Kunst des vorurteilslosen Beratens. 2017
(2) Niels Pfläging, Komplexithoden: Clevere Wege zur (Wieder)Belebung von Unternehmen und Arbeit in Komplexität. 2015
(3) Niels Pfläging, Organisation für Komplexität: Wie Arbeit wieder lebendig wird -- und Höchstleistung entsteht. 2014
(4) Gerald Hüther, Die Macht der inneren Bilder: Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern. 2014

 

Lebenssituation Unternehmerpaar: Chance oder Risiko?

Helmut und Marianne Becker sind seit vielen Jahren ein Unternehmerpaar. In ihren Büchern, Vorträgen, Seminaren und ihre Website geben sie handfeste Tipps für ‘Powerpaare’. So nennen sie Paare, die gemeinsam ein Unternehmen führen.

Wir kennen uns seit vielen Jahren, hatten uns aber irgendwie aus den Augen verloren. Umso mehr habe ich mich gefreut, als Helmut mich anrief und mich fragte, ob ich Lust auf ein Interview mit ihm und seiner Frau hätte. Dabei ging es vor allem darum, gemeinsam über die besonderen Herausforderungen zu sprechen, mit denen diese Partnerschaften konfrontiert sind.

Die glücklichsten Paare haben selten den gleichen Charakter. Sie haben nur das größte Verständnis für einander.

Bei einem gemeinsamen Lunch – mit selbstgemachtem Zwiebelkuchen, einem Glas Wein und einem inspirierenden Trialog – ist dann dieses Blog-Interview entstanden.

 

Führung braucht Selbstentwicklung

Caterine Schwierz bringt bei von Rundstedt spannende Themen auf die Strasse: New Work, Mosaikkarrieren, Talentmanagement… Für sie macht Karriere nur glücklich, wenn sie Sinn ergibt. Für den Karriereblog interviewt sie immer wieder Experten, die in ihrer Arbeit vermitteln, dass Veränderung ein selbstverständlicher Teil des Berufslebens ist – und eine Chance zur Weiterentwicklung. Diesmal war ich dran…

Wir haben uns im Perfetto an der Bilker Allee in Düsseldorf getroffen. Mitten im Trubel eines Samstagmittags, in einem der schönsten Kaffeehäusern der Stadt, sind wir in ein anregendes Gespräch über die Chancen der Selbstentwicklung in der Führung eingetaucht. Das hat – wie man sieht – viel Spaß gemacht…

Daraus ist ein Podcast und ein Interview entstanden. Viel Freude beim Hören oder Lesen.

 

Die Regeln brechen – im eigenen Kopf

Anders zu denken -- über uns selbst, über andere, über gemeinsame Möglichkeiten von Zukunft -- ist nicht so leicht, wie es klingt. Und es passiert uns in der Regel auch nicht einfach so. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Oftmals steht uns unser Wissen dabei im Weg -- vor allem dann, wenn wir zu guten Spezialisten geworden sind. Dann laufen wir Gefahr, neue Erfahrungen durch unsere gewohnten Wissensfilter laufen lassen -- so bleibt am Ende von den neuen Impulsen nicht mehr viel übrig.

Unser Bewusstsein besteht zu einem großen Teil aus geronnener Geschichte. Das heißt, die Regeln, aus denen sich unser Bewusstsein entwickelt, lernen wir von klein auf -- relativ unbewusst und oftmals ohne wirkliche Alternative. Aus ihnen bildet sich schließlich das ‘Betiebssystem’, das unser Denken, Fühlen und Handeln steuert. Dieses konditionierte Regelsystem definiert unsere Komfortzone -- mit all ihren Heuristiken und Routinen. Hier deuten wir Erfahrungen durch den Filter der Vergangenheit und wir entscheiden nach alten Regeln. Das ist für uns vertrautes Terrain -- einfach, bequem, schnell. Aber eben nicht innovativ…

In transformatorischen Prozessen und bei der Gestaltung von Zukunft stehen uns diese Regeln eher im Weg. Wenn wir etwas Neues erleben und gestalten wollen, ist es wichtig, uns immer wieder von eingespielten Regeln zu lösen -- oder sie bewusst zu unterbrechen. Das macht Sven Gabor Janszky als Präsident der Rulebreaker Society in diesem Video sehr deutlich:

Gabor Janszky: Wer innovativ sein will, muss vergessen lernen

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Ich habe relativ früh damit begonnen, mich mit meinem eigenen ‘Betriebssystem’ auseinanderzusetzen, und die Regeln aufzuspüren, nach denen unser Bewusstsein funktioniert. Ich habe das nicht ganz so freiwillig gemacht, wie es sich hier liest. Mein Mut zur Musterunterbrechung wurde von viel Verzweiflung und Einsamkeit befeuert. Sie haben mich dazu bewegt, mich mit Menschen zu verbinden, die spüren, dass wesentliche Aspekte von uns in den Geschichten, die unser Regelsystem erlaubt, nicht auftauchen. Dass sich das Wilde und Ungzähmte von uns darin gar nicht enfalten kann…

Ich habe immer wieder erlebt, mit wie vielen Gefühlen das Brechen von Regeln verbunden war. Manche haben mich beflügeln (Neugier, Vorfreude, Begeisterung). Manche lösten Unsicherheit aus (Angst, Selbstzweifel, Hilflosigkeit). Immer war es leichter, wenn ich sie mit Anderen teilen konnte. Jedesmal wenn ich diese Gefühle annehmen, wertschöpfen und in ihrer Kraft würdigen konnte, konnte ich mich wieder etwas flüssiger durch den Raum der Möglichkeit bewegen.

Auf diesem Weg habe ich den offenen Raum schätzen gelernt, den die Japaner Ma nennen. Ma -- das bedeutet: jedes Wissen, jede Bewegung, jeder Gegenstand, jede Beziehung erlangt seine Bedeutung durch den Raum (die Leere), der sie umgibt -- und alles miteinander verbindet.

Mich inspiriert das. Denn es bedeutet auch: Wenn wir aus der Komfortzone unseres eigenen Denkens heraustreten, landen wir in der Fülle der Möglichkeiten, die das Leben für uns bereit hält.
Alles Neue beginnt mit unserem Mut zum Nichtwissen…

(1) Gerald Hüther, Wie kann ich meinen Geist dazu bringen, die Komfortzone zu verlassen? 2017
(2) Minimalistenfreunde, Ma -- das japanische Konzept der Leere. 2014
(3) Sven Gabor Janszky, Stefan A. Jenzowsky, Rulebreaker. Wie Menschen denken, deren Ideen die Welt verändern. 2013
(4) Christiane Windhausen, Birgit-Rita Reifferscheidt, Das flüssige Ich. Führung beginnt mit Selbstführung. 2012