Tibet 3: Die Entdeckung der Langsamkeit

Unsere Wanderung beginnt in den Bergen von Nepal auf 2200 Höhenmetern. Von hier aus steigen wir begauf, bis wir schließlich – 8 Tage später – bei 4100 m die Grenze nach Tibet überschreiten.

Wulf ist vor allem damit beschäftigt, uns zu entschleunigen. Wir stellen fest: wir haben keine Ahnung vom langsamen Gehen. Wir kommen mit einem Konzept von ‚Sport in die Bergen’. Wir lassen uns von unseren eigenen Ansprüchen die Berge hinauf und hinunter jagen. Wir wissen nichts von der Rhythmuskraft unseres Körpers und überfordern ihn damit ständig.

Schließlich zieht Wulf an die Spitze unserer kleinen Karawane und gestattet niemandem ihn zu überholen. Uns wird die Langsamkeit zugemutet.

Durch die Entschleunigung erlebe ich, wie viel Raum und Richtung in einem einzigen Augenblick möglich ist. Je langsamer wir werden, umso vollständiger können wir jeden Moment erleben: Einen Schritt ganz gehen… Sich alle Zeit der Welt zu nehmen, um auf einem Stein Platz zu nehmen… Sich im Augenblick der Begegnung mit einem Menschen ganz entspannen können…

Ich finde mein Glück in der Vollständigkeit des Augenblicks.

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