Bis in jede Zelle – lebendig sein

Ich treffe Carina auf der Strasse und wir geraten ins Gespräch. Mit dieser Freundin von Gegenüber erlebe ich – mitten in Düsseldorf – was man sich vom Dorfleben erzählt: Straßen-Gespräche… einfach so… Zwischendurch verschwinden wir beide begeistert in einer Begegnung. Anschließend ziehen wir weiter… weniger einsam… weniger anonym… inspiriert vom Kontakt.

Dieses Mal erzählt sie von einem amerikanischen Indianer, bei dem sie einem Workshop gemacht hat: Kaum jemand bei uns sei in seinem Körper, wenn er stirbt… Da wir immer weniger mit unseren Gefühlen verbunden sind, verschwindet das Leben aus unserem Leben – lange bevor der Tod kommt… Wir sterben alle tot.

Dieser Satz von ihm hat mich getroffen wie ein Zen-Stock. Vor Jahren habe ich mir selber versprochen, bis in jede Zelle hinein lebendig sein – bevor ich sterbe. Das hat mich zu meinen Gefühle geführt – und in meinem Körper. Erst durch Fühlen und Sinnlichkeit beginnt Energie lebendig zu werden – und mitmenschlich…. Intelligenz ohne Herz ist flach und geistlos… und Gefühle ohne Ausdruckskraft erzeugt Einsamkeit statt Verbindung…

So wirke ich mit – an der Verlebendigung der Menschen.

Ich fange mit mir an… Wie vorbehaltlos bin ich gerade – im Geben, im Nehmen, im Wählen und Verbinden?

Ein Kaiserschnitt hat Folgen

Katrin Mikolitch ist Ärztin, Ehefrau, Mutter, Freundin… Sie hat im letzten Jahr das Kaiserschnitt Netzwerk ins Leben gerufen, um Hebammen, Geburtshelfer, Ärzte und Psychologen eine Möglichkeit zu geben, sich über alternative Wege der Kaiserschnitt-Integration auszutauschen.

Am 10. + 11. Juni 2006 findet nun in Düsseldorf ihre 1. Fachtagung statt: Nach Kaiserschnitt – Therapiebedarf für Körper und Psyche. Zusammen mit Katrin Mikolitch werde ich diese Tagung moderieren – und dort auch einen eigenen Vortrag halten. Darauf freue ich mich sehr. Wann kann man schon einmal so nah dabei sein, wenn etwas Neues beginnt….

Über Katrin staune ich schon lange – und immer wieder. Sie ist neugierig und interessiert an neuen Sichtweisen. Sie ist in meinem Leben einer der wenigen Menschen, die Fragen erfinden um Wege zu finden… und die sich selbstverständlich mit andern kombinieren, damit Veränderung leicht wird und Bewegung entsteht.

Sie ist einfach der eigenen Bedürfnisspur gefolgt und hat an den Sinn ihrer persönlichen Erfahrungen geglaubt: Alles was geschieht, geschieht zum Wohle aller… Sie hat damit bewirkt, was viel sich wünschen: Sie hat ihre Erfahrungen fruchtbar gemacht – für sich selbst, aber vor allem auch für ihre Fachkollegen.

Sie ist eine Frau, die sich bewegt – und kombiniert. Sie bewirkt neues Leben.

Focus-flow – ein Wander-Kunst-Projekt

Seit einigen Wochen liegt der Focus-flow auf meinem Schreibtisch. Sabine Habermann hatte die Vision eines Wander-Kunst-Projektes aus Alabaster und Gold – zum Erwecken der individuellen Kreativität. In 3 Staffeln läuft er nun durch die Welt – jeweils 3 Wochen bei 9 verschiedenen Menschen – und versammelt Lebensgeschichten in sich. Vom 10. bis 18. November gibt es zum Abschluss des Projektes eine Ausstellung im Energy Centrum , die den Weg der 3 Skulpturen und ihre Geschichten nachvollzieht und lesbar macht…

Ich staune. Vor allem darüber, dass das Leben mich für dieses Kunstprojekt ausgewählt hat…

Kunst – im künstlerischen Sinn – ist nicht gerade mein Metier… Ich bin Psychonautin. Ich folge dem Weg der inneren Künstlerschaft. Ich lehre die Kunst, Körper, Gefühle und Geist in Einklang zu bringen, und den persönlichen Ton, Duft, Geschmack in persönlichen Beziehungen und in der professionellen Berufung vollständig zu verkörpern.

Für mich ist jeder Mensch ein Künstler, der mit seiner eigenen Natur vertraut ist und ihr vorbehaltlos Ausdruck verleiht. Darin ehre und achte ich Joseph Beuys – einen meiner Leitbilder. Er hatte den Mut, Unkonventionelles zu wagen – und damit das Beste aus jedem von uns herauszurufen. Jeder, der zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen… Seine Projekte sind bis heute unvergessen – weil sie mutig, eigenwillig und ungewöhnlich waren.

Morgen übergebe ich den focus-flow an die nächste Staffelträgerin. Ich freue mich auf neue Inspirationen.

Kunst endet immer bei offenen Fragen.

Das liebe ich… So schenkt sie mir neue Horizonte des Fühlens.

Wenn wir der Liebe folgen, ist es einfach.

Eine Mutter und ihr Sohn kommen zu einem Coaching-Gespräch…. Nach dem Tod ihres Mannes hat die Mutter (70) Gespräche mit einer weisen Frau gesucht. Dazu hat sie eine 83-jährige Therapeutin gefunden, die um die Kostbarkeit der Zeit weiß und die ihr die Gespräche mit ihrem Sohn (45) empfohlen hat…

Jetzt sitzen sie vor uns und erzählen: Am Anfang litten vor allem die Anderen unter den ungeklärten Familien-Beziehungen. Die Ehefrau, die immer wieder das austragen muß, was der Mann mit seiner Mutter nicht klären konnte. Die Kinder, die keine anderen Großeltern mehr haben und so stolz sind auf ihre Oma. Sie hätten gerne so viel mehr von ihr – halten sich aber aus Schuld gegenüber ihren Eltern zurück… Und da sind seine Schwestern, mit denen er die Eifersucht teilt. Keiner von ihnen fand bisher den Mut, sich den anderen in seinen Gefühlen ganz zuzumuten…

Ich staune: Zwischen Mutter und Sohn ist die Liebe zu jedem Augenblick größer als die Scham… Der Weg führt über die, die wir lieben. Manche Schritte gehen wir eher aus Liebe zu ihnen, als aus Sorge um uns…

Es sind vor allem Angst und Scham, die uns trennen. Doch für den, der der Liebe folgt ist der Weg einfach: Liebe ist immer der effektivste Weg der Veränderung.

Es gibt Gespräche – wie diese, die mich zutiefst beglücken, die mir die Freude am Brückenbauen in der eigenen Familie schenken.

Die Zeit läuft – so oder so. Nutzen wir doch einfach die Chancen…