Sich vergessen – und mich wieder erinnern

Am Ende eines vollen Jahres bin ich zum Jahreswechsel für drei Wochen nach Sri Lanka gefahren. Ich wollte am 26.12. dort sein, wo wir 2004 den Tsunmai erlebt haben. Mich hat es zu dem Ort hingezogen, an dem mir das Leben ein zweites Mal geschenkt worden ist. Ich wollte mich erinnern…

An Sri Lankas Westküste kam der Tsunami in drei großen Wellen, was uns die Möglichkeit gab, ins Landesinnere zu fliehen. Als uns die zweite Welle erwischte, hat uns ein junger Singhalese aus dem reißenden Strom hoch auf eine Mauer gezogen und uns von dort auf einen Mangobaum geholfen. Dort haben wir gewartet, bis das Wasser sich wieder beruhigt hatte und sind dann mit vielen anderen Menschen zu einem großen Buddha geflohen, der zum Tempel auf einem Berg gehörte.

Am 26.12. sind wir den Weg noch einmal abgegangen, auf den uns die Welle damals mitgenommen hat. Die Mauer ist inzwischen bewachsen, hinter ihr wird gebaut – ein Zeichen von Wachstum und Veränderuung. Der Buddha, der 2004 noch im Bau war, ist inzwischen fertiggestellt und erhebt sich weit sichtbar über das Land. Überall haben wir Menschen getroffen, die damals mit uns in der Welle waren. Wir haben zusammen gelacht und geweint. Alles war auf einmal wieder so nah… Unseren damaligen Schutzengel haben wir auch wiedergetrofffen. Er arbeitet inzwischen am Tempel und ist dort einer der Hüter der Elefanten.

Hier entsteht überall Neues, das Leben pulsiert. Auch in unserem Leben ist nach der Welle viel in Bewegung gekommen. So haben wir zum Beispiel SONNOS danach noch einmal neu ausgerichtet… und im letzten Jahr ist unser Buch erschienen.

Einen Tag lang sind wir den Spuren unser Erinnerung gefolgt. Mit jeder Etappe auf dem Weg wurde mir deutlicher, wie sehr ich mich im letzten Jahr im Funktionieren und Abarbeiten selber vergessen hatte. Ich war entsetzt, wie sehr dabei der Kontakt zu meinem Körper verloren gegangen ist – und damit auch die Quelle meiner Kreativität und Lebendigkeit. So deutlich zu spüren, wie sehr ich gelernt habe, unter Stress mich selber abzuschalten und auf Funktionieren umzuschalten, ist immer noch eine schmerzliche und sehr schamvolle Erkenntnis.

 

Doch sich wieder erinnern zu können, ist ein wahrer Segen. Damals schenkte mir die Welle ein Gefühl für den tiefen Sinn meines Lebens. Dieses Mal schenkte mir die Mauer den Weg zurück in meinen Körper – und in die pure Freude darüber, am Leben zu sein und bis in jede Zelle lebendig. Manchmal müssen wir innere Mauern einreißen (und mit alten Konditionierungen brechen), damit dieser Strom des Lebens ungehindert durch uns fliessen und wirken kann.

So widme ich dieses Jahr der Selbstliebe. Auf das mir mein Körper unvergesslich bleibt…

Michael Blochberger: Emotionale Intelligenz für Führungskräfte

Dieses Buch ist eine gelungene Mischung aus einem informativen Sachbuch, einem praktischen Handbuch mit Übungen, Checklisten und Tests und persönlichen und beruflichen Erfahrungen des Autors. Ganz gleich ob man es als Führungskraft oder Personalentwickler liest, als Coach, Berater, Trainer oder aus persönlichem Interesse an emotionaler Intelligenz, dieses Buch liest sich spannend wie ein Krimi. Jeder kann sich darin wiederfinden und Lösungen finden – für die eigenen Beziehungen und für die alltäglichen Heraus-forderungen in der Mitarbeiterführung. Gleichzeitig beschreibt der Autor den Weg von der emotionalen Selbststeuerung, über die Führung, hin zu einem kooperativen Team, in dem hocheffektives Arbeiten möglich wird, weil die Gefühle integriert werden.

Michael Blochberger lebt und arbeitet in Bremen. Ihm ist es – wie mir und Birgit-Rita Reifferscheidt im SONNOS – ein Anliegen, Unternehmen bei einer Organisations- und Teamentwicklung zu unterstützen, die die Emotionen der Führungskräfte und der Mitarbeiter berücksichtigt.

Seit einigen Jahren bin ich als Ausbilderin von Coaches und Beratern tätig. Dort werde ich immer wieder nach Literatur zur emotionalen Kompetenz in der Führung gefragt. Dieses Buch werde ich auf jeden Fall in unsere Literaturliste aufnehmen. Ich kann es von ganzem Herzen empfehlen.

Der Schlüssel zum Glück

Es gibt einen Text aus dem Talmud, der mich seit einigen Jahren begleitet. Ich habe ihn immer wieder gehört, gelesen, geschrieben. Als er mir heute begegnete, passierte etwas Wundersames. Ich habe auf einmal kristallklar gespürt: Jede mentale, emotionale, körperliche Bewegung hat Konsequenzen.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Gefühle.
Achte auf Deine Gefühle, denn sie werden Dein Verhalten.
Achte auf Dein Verhaltensweisen, denn sie werden Deine Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Achte auf Dein Schicksal, denn in diesem Raum entstehen Deine Gedanken.

Das heißt – kleine Veränderungen können große Wirkungen haben. Und Achtsamkeit ist der Schlüssel zum Glück. Was für eine Möglichkeit…

Ambition – Wie große Karriere gelingen

Dies ist ein erstaunliches Buch, denn es spricht den Leser auf drei Ebenen an: im Denken, im Fühlen, im Körper. Alte Sichtweisen werden einfach auf den Kopf gestellt und neue eingeführt. Schon allein beim Lesen wird der gesellschaftliche Mehrwert von Originalität deutlich. Die Sprache ist fühlbar und praktisch. Manchmal laufen mir beim Lesen Schauer über den Rücken – einfach weil ich jedes Wort im Körper spüren kann.

Dorothea Assig+Dorothee Echter machen deutlich, wie sehr die innere Haltung darüber entscheiden, ob wir auf unserem Weg gefördert werden oder nicht. Besonders wichtig ist ihnen dabei der Wechsel von der abwartend-fordernden Haltung zur tätig-fördernden Haltung. In Bezug auf Zugehörigkeit heißt das: In dem einem Fall tun wir alles dafür, um zu einer Gruppe, Community dazuzugehören. Im anderen Fall tun wir alles dafür, um anderen die Möglichkeit von Zugehörigkeit zu gewähren.

Die beiden Autorinnen wissen sehr genau, wovon sie reden. Jede Aussage ist durch zahlreiche Erfahrungen mit sehr unterschiedlichen Führungskräften entstanden. Wer sich gerade mit Potentialen + Berufung, mit Erfolg + Wirkung, mit Selbstwert + Akquise beschäftigt, findet in diesem Buch zahlreiche Wegweiser, Lösungen, Tipps und Geschichten.

Sehr lesenswert!

Wir brauchen Aufwachorte

Alle wichtigen Einsichten und Entscheidungen in meinem Leben haben an bestimmten Orten stattgefunden. Sie haben sich in einer Kapelle auf dem Jakobsweg ereignet, mitten in  einem Teppichladen in Katmandu, am Strand von Beruwela, in einem Krater auf Lanzarote – aber auch zu Pfingsten im Wohnzimmer.

Innovationen passieren nie im luftleeren Raum, sondern immer an bestimmten Orten. Gerade gemeinsame getroffene Entscheidungen sind viel räumlicher als wir denken. Das heißt, wir brauchen Orte dazu, an denen wir uns wohlfühlen und entspannen können, die unserem Geist Flügel verleihen. Die Natur ist dabei sicherlich eine große Hilfe.

Otto Scharmer (hier im Gespräch mit Helga Breuninger) spricht in diesem Zusammenhang von Aufwachorten – und mir aus der Seele. Für ihn besteht eine der Aufgaben von Führung darin, Orte zu schaffen und zur Verfügung zu stellen, in denen Neues anfangen kann.

Doch was braucht es, damit ein Ort zu einem Aufwachort werden kann? Wo sind für Sie Aufwachorte gewesen? Was fördert an diesen Orten den Fluss der Kreativität und Ihr Vertrauen? Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen.