Was ist wirklich wichtig?

Immer wieder beschert uns das Leben Zeiten von Orientierungslosigkeit und Verwirrung. Es gibt so vielfältige Herausforderungen – die sich in der Regel auch noch alle gleichzeitig ereignen.

Mir hilft dann manchmal nur der innere Reset-Knopf: Was ist wirklich wichtig?
Mein Fazit: Alle Dinge sind einfach – und gemeinsam ist es leichter.
Was meinen Sie?

A reminder of the important things in life
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Vertrauen statt Angst

Am Donnerstag 29.10.2009 können Sie mich um 19 Uhr in der Berliner Urania treffen. Dort bin ich zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion eingeladen worden. Das Thema ist : Vertrauen statt Angst – Über den Nutzen eines gefürchteten Gefühls.

Kaum etwas schadet dem Vertrauen in uns, in andere und in die Zukunft so sehr wie Angst. Sie verengt unsere Wahrnehmungen und zerstört auf Dauer Gesundheit und Glück. Was ist zu tun oder zu lassen, damit uns diese Emotion mehr nützt als schadet? Wie können wir lernen, mit unserer Furcht richtig umzugehen? Können wir Angst in Vertrauen wandeln? Welche Rolle spielt dabei das Denken, welche der Körper?

Dr. Jan Hendrik Taubert wird den Abend moderieren – zuerst als Gespräch zwischen Dr. Klaus Jürgen Grün und mir und anschließend als Dialog mit dem Publikum.

Grün spricht sich dabei für mehr Urvertrauen aus. Der Philosoph und Managementberater knüpft an sein neues Buch Angst – vom Nutzen eines gefürchteten Gefühls an. „Ausbeuter der Angst haben ein leichtes Spiel, weil wir richtige nicht von falschen Gefahren unterscheiden können. Wer zu seinen Neigungen und Wünschen steht, braucht weniger Angst bei sich und anderen aufzubauen.“

Ich plädiere für eine neue Fehlerkultur und einen konstruktiven Umgang mit Gefühlen. Damit sich Angst in Vertrauen wandeln kann, ist es wichtig, zu den eigenen Schwächen stehen zu können und Fehler einzugestehen – und dafür respektiert und geachtet zu werden.

Und was würden Sie dazu sagen?

Tibet 1: Das Geschenk der Angst

4 Wochen im Himalaja: Der Termin stand fest, die Flüge waren lange im Voraus gebucht und in regelmäßigen Abständen bekam ich von Wulf alle wichtigen Informationen für unsere Pilgerreise.

Für mich begann die Reise bereits 3 Monate vor dem Abflug – nämlich mit meinen Sorgen, Ängsten und Unsicherheiten. Wie kann man sich auf das Unbekannte vorbereiten? Was nimmt man mit, wenn man nicht weiß wo man hingeht? Was brauchen wir, um uns im Unvorhersehbaren vertrauen zu können?

Ich wusste, dass ich in eine mir fremde Welt ziehe. Der Umgang mit einer anderen Kultur war mir durch andere Reisen vertraut, aber ich hatte keine Erfahrungen vom Leben und Bewegen in der Höhe. Ich bin völlig neuen Ängsten begegnet… Der Angst zu vertrocknen… der Angst vor der Kälte… die Angst zu ersticken…

Ich habe mit Menschen gesprochen, die bereits vor mir dort oben waren. Viele von ihnen haben mir etwas aus ihrem Erfahrungsschatz mit auf den Weg gegeben: einen Schlafsack, eine Daunenjacke, genau die richtige Fußcreme… Eine Erkenntnis, eine Warnung, eine Empfehlung, eine Inspiration, die sie getragen hat…

Bereits 4 Wochen vor der Abreise war ich umgeben von Bergen – nämlich den Bergen der Dinge, die ich mitnehmen wollte. Sie bildeten Vorbereitungs-Berge in meinem Zimmer, die immer wieder überprüft, ergänzt und umgeschichtet wurden. Am Ende konnte ich ein Drittel davon wirklich mitnehmen – ich musste mich entscheiden und wählen.

Das Geschenk der Angst ist für mich eine gute Vorbereitung. Es gibt keine Sicherheit, die wir einpacken können. Doch durch den respektvollen Umgang mit meiner Angst konnte ich schließlich ganz vertrauen – mir selbst und denen, die führen.

Am Ende hatte ich alles, was ich brauchte… Und innerhalb unserer kleinen Gruppe von Reisenden hatte jeder etwas dabei, was nicht er – sondern ein anderer brauchte.

Hikikomori

Apropos Angst:
Leistungsdruck entsteht immer dort, wo Angst zu Anspruch geworden ist.

So verschwinden weltweit immer mehr Jugendliche aus Gesellschaften, in denen Konventionen wichtiger sind als Stärkung und Individualität. Aus Angst wählen sie die Isolation. Sie ziehen sich zurück und verlassen oft monatelang nicht mehr ihr Kinderzimmer.

In Japan nennt man sie Hikikomori – die Zurückgezogenen, in Deutschland ist diese wachsende Zahl von verschwindenden Jugendlichen bisher noch namenlos…

Wie sehr diese Heranwachsenden Unsicherheit als Möglichkeit begreifen können, wird auch von dem Vertrauen abhängen, das wir ihnen in diesem Jahr schenken… Und von unserem Mut, sie auf Wegen zu fördern, die wir erst mit ihnen lernen werden.