Stay hungry. Stay foolish.

Ich habe gerade Steve Jobs getroffen.

Eine Freundin hat mir einen Video-Clip von ihm geschickt. Und dann war es nur noch ein Klick – und ich war in Tränen aufgelöst.

Hier teilt einer der erfolgreichsten Menschen unsere Zeit seine Lebenserfahrungen – mit jungen Menschen, die gerade anfangen. Hier spricht jemand über die Brüche in seiner Geschichte und über den Segen einer unkonventionellen Biographie. Dies ist ein Plädoyer für die Originalität des Einzelnen, für die Kunst des Immer-wieder-Anfangens und für das Geschenk des Todes. Hier fordert Einer-der-vorgegangen-ist die Jungen auf, sich nicht mit den Erwartungen der Anderen zufrieden zu geben.

Hier spricht jemand aus purer Erfahrung und stiller Dankbarkeit: Stay hungry. Don’t settle.

Hier entsteht Wirkkraft durch seinen Mut, persönlich zu werden.

Ein Jahr nach der Welle

Es ist ein Jahr her, dass uns auf Sri Lanka die große Welle eingeholt hat… Wir sind wieder hier. Ich wollte wissen, wie die Menschen heute leben, die uns damals geholfen haben… Spüren, wie das Wasser sie verändert hat… Am Meer stehen und mich erinnern… Bis wohin hat mich die Welle getragen?

Diese Welle hat jeden mit seinem Schicksal konfrontiert – für mich war sie ein großes Geschenk. Eine Initiation in die Dankbarkeit. Mit ihr hat meine ewige Frage nach dem Sinn endlich aufgehört. Als das Echo der Welle langsam in mir verebbte, wußte ich: Wer das Geschenkte ganz nimmt, kann sich auch ganz geben.

Und Geben beginnt mit Aufgeben – heillose Angewohnheit freiwillig aufgeben. Wir versammeln im Laufe des Lebens viel Erfahrungen in uns. Leider vergessen wir sie mit der Zeit wieder loszulassen – und sie werden zu Schwermut statt zu Flügeln.

So habe ich aufgehört – mit dem Leben zu hadern und mich mit ständigen Selbstzweifeln an alten Wertlosigkeiten festzuhalten. Und ich habe an Kraft, Sichtbarkeit und Sprache gewonnen. Ich hatte mich so lange ins Andere gegeben – es ist eine Wohltat nach Hause zu kommen.

Wie es sich wohl lebt, wenn man sich nie die Frage stellen mußte: Wer bin ich? Und wozu bin ich hier?

Der Sprung in die weibliche Kreativität

Eine Freundin hat eine Zyste am linken Eierstock – und wir beginnen zu forschen:

Die Eierstöcke repräsentieren im weiblichen Körper eine ganz eigene Art von Kreativität, die bereits in der embryonalen Entwicklung angelegt ist – wir bringen unserer weibliches Erbe unwiderruflich mit. Es braucht seine Zeit zum Reifen, doch dann ereignet sich Schöpfung plötzlich und unmittelbar – mit einem Sprung in den offenen Raum. Das Ei springt wirklich! Und wird behutsam vom Eileiter eingefangen und auf den Weg gebracht…

Ich kenne dieses Gefühl, mit etwas schwanger zu gehen, und dann – von einem Augenblick auf den nächsten – um eine neue Wirklichkeit zu wissen. Alles hat seine Zeit – und erst das Wissen um den rechten Zeitpunkt lässt Handeln mühelos und effektiv werden.

Und doch bin ich zutiefst erschüttert darüber, wie weit der Weg der Frauen zu den eigenen Eierstöcken ist… In dieser Zeit der Geschichte gehört es wohl zu unserem Entwicklungsweg dazu, dass wir den Weg zu den Eierstöcken nicht kennen – sondern finden müssen… Kein Wunder, dass Eierstock-Zysten für viele Frauen ‚ganz normal’ geworden sind…

Ich ahne, dass in all dem ein Schlüssel für die Kreativität meines Körpers liegt… für den Verwandlungszauber meiner Zellen… Ich spüre eine unglaubliche Sehnsucht nach ‚Sprungkraft’…

Was heißt es eigentlich, von Grund auf fruchtbar zu sein?